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Auf den Spuren der Burgmänner

 

        

Am Sonntag, 11. 09. 2022 lud der Heimatverein zum Tag des offenen Denkmals ein. Zusammen mit Frau Dr. Aurelia Dickers von der Stadtarchäologie führte Bernhard Karrengarn, der Vors. des Heimatvereins, die über 50 Interessierten aus  Wolbeck und Umgebung zum Thema „Auf den Spuren der Burgmänner“ durch das alte Wigbold.

   

Er erläuterte dazu die Geschichte der Burgmannen seit dem 13. Jahrhundert und gab an vielen Stellen, an denen die Burgmannshöhe ehemals gestanden haben, konkrete Hinweise zu Namen und Besonderheiten des Burgmannskollegiums. Die „Schutztruppe“ der Fürstbischöfe und ihrer Landesburg Wolbeck lebte auf Lehnshöfen am Rande der Stadt Wolbeck innerhalb ihrer Grenzen und bildete mit ihren Höfen auch eine Art Schutzmauer für die Stadt. Seine Informationen entnahm Karrengarn überwiegend der „Geschichte Wolbecks“ von Ferdinand Zumbusch (1902). Er bedauerte dabei, dass im Vergleich zu Horstmar in Wolbeck keine Baudenkmale von ehemaligen Burgmannshöfen  von so großer Qualität und Ausstrahlung mehr zu sehen seien. Der Drostenhof werde zwar als Burgmannshof bezeichnet, sei aber genau genommen zur Mitte des 16. Jahrhundert nach der Zeit der Burgmänner entstanden.

 

     

Frau Dr. Dickers berichtete über die Grabungen in den letzten Jahrzehnten an den Stellen Wolbecks, an denen vor allem im 14. Jahrhundert Burgmannshöfe gestanden haben. Dabei veranschaulichte sie ihren Bericht über die Grabungsergebnisse  mit einer großen Anzahl von DIN-A-3-Fotos. Sie bedauerte im Übrigen, dass man auf  „Tripps Hügel“, der Motte der ehemaligen fürstbischöfl. Landesburg, vor einschneidenden Neubaumaßnahmen in den 70er Jahren keine systematischen archäologischen Untersuchungen vorgenommen habe.

Beide erhielten am Ende des ca. 90-Minuten-Rundgangs sehr positive Resonanz für ihre Darlegungen.

„Was lange währt …“ – Tönne-Vormann-Nachlass beim Heimatverein Wolbeck angekommen

v.l. Bernhard Karrengarn, Vors. Heimatverein Wolbeck, Dr. Barbara Rommé, Leiterin des Stadtmuseums Münster, Alfons Gernholt, stellvertr. Vors. Heimatverein Wolbeck, Karola und Helmut König, Galeristen                         Foto Markus Lütkemeyer, WN Münster

 

Am Freitag, 26.08. 2022 haben der Galerist Helmut König und seine Frau Karola dem Heimatverein Wolbeck, stellvertretend dem Vorsitzenden Bernhard Karrengarn und seinem Stellvertreter Alfons Gernholt, offiziell den Nachlass von Tönne Vormann übergeben. Dazu zählen über 130  Tusch-, Kreide-, Feder- und Bleistiftzeichnungen, Aquarelle und Radierungen, alle durch die Galerie gerahmt, und eine große Anzahl von Drucken.

       

Hinzu kommen ca. 40 Langspielplatten und einige CDs mit den plattdeutschen Liedern von Tönne Vormann, die er zum erheblichen Teil selber getextet und komponiert hatte. Weiterhin ca. 100 Exemplare einer Biographie mit einem Überblick über Vormanns bildnerische Kunst und eine große Sammlung von handschriftlichen Texten (Briefe, Noten, Gedichte, literar. Entwürfe u.a.), die vom Galeristen König in hervorragender Weise geordnet und aufbewahrt worden waren.

          

Fotos Bernhard Karrengarn, Münster-Wolbeck

Schon 2019 hatte Helmut König dem Heimatverein das Gesamtwerk angeboten. Der Vorstand hatte sich daraufhin darum bemüht, für die Bilder zum einen geeignete Räumlichkeiten in Wolbeck zu finden, zum anderen eine Gruppe von Wolbeckerinnen und Wolbeckern, die sich dauerhaft um die Exponate kümmern würde. Beides ist damals leider nicht gelungen. Herr König hatte daraufhin signalisiert, dass die Übergabe keine Eile habe. In den letzten beiden Jahren ist im Vorstand des Heimatvereins mehrheitlich die Meinung gewachsen, dass das Werk von Tönne Vormann in Wolbeck bleiben müsse und der Heimatverein eine Verpflichtung habe, sich darum zu bemühen. Der Vorsitzende und sein Stellvertreter haben daraufhin Kontakte zum Stadtarchiv und zum Stadtmuseum geknüpft mit der Vorstellung, die Werke dort zu lagern mit dem Recht auf Zugriff für den Heimatverein. Leider konnte weder das Stadtarchiv noch das Stadtmuseum die große Anzahl an Bildern übernehmen.

Mitglieder der Vorstands haben im Juni 2022 die gerahmten Bilder nach Wolbeck transportiert, wo sie bis auf weiteres gelagert werden.

Foto Josef Leifert, Heimatverein Wolbeck

Einen Teil der Werke hat der Heimatverein aber dem Stadtmuseum Münster überlassen können, dessen Leiterin Frau Dr. Barbara Rommé sich auch zur Übergabe der Werke eingefunden hatte. Sie lobte dabei die überaus gute Erfassung der zahlreichen Kunstwerke in Werklisten durch die Galerie König. Für März/April 2023 plant das Stadtmuseum Münster in Zusammenarbeit mit dem Heimatverein eine Ausstellung mit  Tönne-Vormann-Werken.

Der handschriftliche Nachlass ist dem LWL Archivamt in Münster überlassen worden, damit das gesamte Textmaterial in fachlicher Weise erhalten werden kann und ggf. der Heimatverein auch Zugang dazu bekommen kann.

Die zahlreichen Drucke lagern in zwei Grafikschränken, die Herr König dem Heimatverein ebenfalls geschenkt hat. Sie befinden sich inzwischen im Zibomo-Museum, wo Mitglieder des Vorstands sie in den nächsten Monaten sichten und sortieren werden.

Der Heimatverein bedankt sich ganz herzlich beim Ehepaar König für die all die Arbeit, die mit der Erhaltung, Pflege und Ordnung des Werkes von Tönne Vormann verbunden war, und für die großzügige Übergabe.

Auch der Zibomo sei herzlicher Dank gesagt für die Unterbringung der Grafikschränke im Zibomo-Museum.

Der WN-Redakteur Markus Lütkemeyer hat am 27. 08. folgenden Bericht in den WN veröffentlicht:

Tagesfahrt zur Zeche Zollverein fand großes Interesse

Am Sonntag, 10. 07. 2022 fand endlich die schon seit 2020 geplante Tagesfahrt zur „Zeche Zollverein“ statt, die in den letzten beiden Jahren wegen der Pandemie leider ausfallen musste. Unter der Leitung von Alfons Gernholt und Werner Reisener nahmen 40 Interessierte aus Wolbeck und Umgebung daran teil.

    

Auf einer Führung mit dem Thema „Kohle und Kumpel“ durch die authentisch erhaltene Anlage der ehemals mit 12.00 Tonnen  täglicher Kohleförderung leistungsstärksten Steinkohlenzeche der Welt erfuhren die Teilnehmer viel Wissenswertes über eine bewegende Industriegeschichte. Der Museumsbesuch führte vorbei an gigantischen Förderbändern und Förderwagen, Maschinen und Förderkörben, durch große Kohlesortierhallen und das ehemalige  Kohlebad. So erlebte man die Arbeits- und Lebensbedingungen mehrerer Generationen von Kumpeln, die dort bis 1986 ihre anstrengende Schichtarbeit verrichteten, z. T. in einer Tiefe von über 1000 m.

   

Der Museumsführer informierte über die harte Arbeit der Bergleute und die Gefahren, die sowohl unter Tage als auch in den oberirdischen Verarbeitungshallen bestanden.  Die Gäste erfuhren auch viele Einzelheiten über technische Besonderheiten wie z.B. das Belüftungssystem in den Schächten, die Kippvorgänge bei den Förderloren oder die Wasch- und Sortiervorgänge für Kohlestücke oder über das  mühsame Auf- und Absteigen mittels Leitern in den Schächten. Ein nachgemachter Maschinen- und Förderlärm in den Arbeitshallen ließ erahnen, welchen Lärmbelastungen man vor Ort zusätzlich noch ausgesetzt war.

   

Nach der ca. 80 min. Führung traf man sich zum gemeinsamen Mittagessen mit  überwiegend italienischen Gerichten im benachbarten Restaurant „Mezzo Mezzo“. Anschließend konnten alle den Hinweisen der Organisatoren auf die vielfältigen Möglichkeiten des weitläufigen Zechengeländes folgen. Die einen wanderten durch den Skulpturenpark zur Kokerei, andere gingen ins Ruhrmuseum und hatten von seiner obersten Etage aus einen weiten Blick über das Ruhrgebiet. Andere nutzten den bequemeren „Wanderweg“  mit dem Museumsbähnchen. Zum Abschluss traf man sich in Gruppen zum Kaffeetrinken in einem der zahlreichen Cafés und Bistros auf dem Gelände, bevor es um 16.30 Uhr mit dem Bus zurück nach Wolbeck ging. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigten sich sehr zufrieden mit der Fahrt und deren Organisation.

   

Singen macht einfach Spaß!!!!!!!

Mit großer Begeisterung haben ca. 30 sangesfreudige Wolbeckerinnen und Wolbecker an der „Lieder- und Schlagernacht“ des Heimatvereins am 24. Juni teilgenommen. Vermutlich aufgrund der wieder zugespitzten Corona-Lage war diesmal die Zahl der Besucher mit ca. 30 nur halb so groß wie beim letzten Mal 2019. Doch tat das der Freude am Singen keinen Abbruch.

 

 

Josef Leifert und Bernhard Karrengarn vom Vorstand des Heimatvereins hatten diesen Abend vorbereitet und begleiteten die Sängerinnen und Sänger auf dem Akkordeon bzw. dem Trekkebüül (der Ziehharmonika).

Der Abend hatte verschiedene thematische Schwerpunkte:

  1. Wir wandern in den Sommer hinein
  2. Seefahrt – Abschied – Heimweh – Liebe
  3. Aber dich gibt´s nur einmal für mich
  4. Ein Kessel Buntes

Bei den fast 30 Titeln stellten Kanons wie „Lachend … kommt der Sommer über das Feld“ oder „Heho, heho, alle Männer her an Bord“ vor besondere Herausforderungen, die aber gut gemeistert wurden.

Zusammen mit Marlies Langkamp gönnten die beiden Musikanten allen durch das Vortragen von humorvollen und auch nachdenklichen Gedichten – passend zu den Themen – immer mal wieder eine Atempause. Eine ausführliche Pause mit erfrischenden Getränken bot dann auch noch  eine gute Zeit zur Erholung.

Die Moderation des Abends lag bei  Bernhard Karrengarn.

Kräuterhof Rohlmann – Eine lebendige und abwechslungsreiche Betriebsführung

Am 22. 05. 2022 trafen sich über 30 interessierte Kräuterfans auf dem Hof Rohlmann. Sie wurden begrüßt von Christine  und Paul Rohlmann, die in mehr als 30 Jahren diesen über Münster hinaus bekannten Kräuterhof aufgebaut haben.

Mit einem erfrischenden Kräuteraufguss

         

veranschaulichte die Seniorchefin zunächst eine von vielen Möglichkeiten der Nutzung von Kräutern, bevor sie ihren Gästen  viele interessante Einzelheiten zunächst zur wechselhaften Geschichte des Familienbetriebs und schließlich zur Haltung, Pflege und Verwendung unterschiedlichster Kräuter  lebendig und anschaulich darbot.

         

Schnell wurde deutlich, dass Christine Rohlmann einen beeindruckenden Wissensschatz über mehr als hundert Garten- und Heilkräuter besitzt mit Anregungen zu ihrer Verwendung in der Küche oder zur Förderung der Gesundheit. Man konnte die Kräuter befühlen, ihren oft betörenden Duft wahrnehmen oder sie auch schmecken.

Ihr Ehemann Paul stellte u.a. den großen Marktstand vor, mit dem der Familienbetrieb seine Produkte auf verschiedenen Märkten u.a. auf dem Wochenmarkt in Münster anbietet. Zum Schluss gab es noch ein Merkblatt über Verwendungsbeispiele der Kräuter in Küche und Gesundheit. Außerdem erhielten die Gäste als Abschiedsgeschenke getrocknete Kräuter zur Verfeinerung ihrer Speisen.

          

Nach der Führung  erfrischten sie sich in einer gemütlichen Schattenrunde an Getränken, die die Familie Rohlmann kredenzte.

Bernhard Karrengarn, Vors. des Heimatvereins, bedankte sich am Ende beim Ehepaar Rohlmann für seine Gastfreundschaft und die kompetente Führung und beim Vorstandsmitglied Edith Schmidt für deren hervorragende Planung und Betreuung dieser Veranstaltung.

           

Archäologischer und historischer Wolbeck-Rundgang

Der archäologische und historische Wolbeck-Rundgang am 26. 03. fand unter den Wolbeckerinnen und Wolbeckern ein sehr erfreuliches Echo. Über 50 Teiln. versammelten  sich bei strahlendem Sonnenschein an der Nikolauskirche, wo sie von Bernhard Karrengarn, dem Vorsitzenden des Heimatvereins Wolbeck, herzlich gegrüßt wurden. Ganz besonders begrüßte er Frau Dr. Dickers, eine Archäologin von der städtischen Denkmalbehörde für Bodendenkmalpflege und Archäologie. Mit ihr und Alfons Gernholt, dem stellvertr. Vorsitzenden und  ausgewiesenen Wolbeck-Kenner, führte er die Gruppe zur früheren Elisabeth-Vikarie, über den Angelseitenweg zur ehem. fürstbischöflichen Residenz, über die Gruetpaorte und die Herrenstraße zum früheren Hofpfortentor. Die Teiln. erfuhren von Frau Dr. Dickers mit Hilfe zahlreicher DIN A 3 Fotobilder über die Ausgraben der letzten Jahrzehnte an diesen Stellen .  Sie gab auch einen kurzen Überblick über die Entwicklungsgeschichte Wolbecks seit dem 13. Jahrhundert und wies dabei besonders auf die ehemaligen Burgmannshöfe hin, die Wolbecks Zentrum umgaben und die bei den Ausgrabungen immer wieder eine Rolle spielten. Alfons Gernholt und Bernhard Karrengarn steuerten jeweils ihre historischen Kenntnisse zu den besonderen Stellen Wolbecker Geschichte bei.

Es war zwar ein etwas verzögerter, aber ganz besonderer  Einstieg in das Jahresprogramm  2022, nachdem der Bunte Heimatabend im Januar wg. Corona und der Besuch der Niederdeutschen Bühne im März wg. Krankheit des Hauptdarstellers ausfallen mussten. 

In Erinnerung an Rosemarie Janzing und Henning Westphely

Am 21. 12. 2021 ist Rosemarie Janzing verstorben. Sie hat als Mitglied des Heimatvereins unsere Arbeit über viele Jahre unterstützt, vor allem als Leiterin der Frauenchores der KFD St. Nikolaus, der unser jährliches Volkssingen stets durch seine Darbietungen auch mit plattdeutschen Liedern bereichert hat. Sie begleitete unser Singen auf ihrer Gitarre und war in all den Jahren ganz selbstverständlich eine große Hilfe bei der Gestaltung der Gesangsabende im Drostenhof und im Pfarrsaal St. Nikolaus. Wir werden sie in ihrer freundlichen, bescheidenen und zuverlässigen Art immer in guter Erinnerung behalten.

    

Am 18. Januar 2022  ist auch Henning Westphely verstorben. Er hat sich, nachdem er sich mit seiner Familie Anfang der 90er Jahre in Wolbeck an der Von-Holte-Str. niedergelassen hatte, sehr für Wolbeck und seine Bevölkerung eingesetzt. Er war sehr aktiv im TV, hat dort viele Ideen eingebracht und beim Bau vom „Haus des Sports“ entscheidend mitgewirkt. Als äußerst musikalischer Mensch war er als Mitglied des Heimatvereins bei vielen unserer Veranstaltungen als Akkordeonspieler im Einsatz. Er hat von Anfang an unser Volks- und Schlagersingen und auch unsere Maibaumaktionen musikalisch unterstützt. Wir sagen dafür auch jetzt noch einmal „Herzlichen Dank“. Er wird uns fehlen.

Wir möchten auch an dieser Stelle den Angehörigen von Rosemarie und Henning unsere herzliche Anteilnahme ausdrücken.

                                                                 

Gut besuchte Mitgliederversammlung am 21. 11. 2021 bei Sültemeyer

Die Mitgliederversammlung am 21. 11. 2021 bei Sültemeyer war trotz der zugespitzten Corona-Situation mit über 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmern erfreulich gut besucht.

       

Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Bernhard Karrengarn und  dem obligatorischen Kaffeetrinken mit Kuchen oder Schnittchen, wie immer für Mitglieder kostenlos, unterhielt Egon Becklas die Anwesenden mit einem Vötälsel, einer Erzählung von Tönne Vormann über die Entstehung des münsterschen Töttchens, von Bernhard Karrengarn ins Plattdeutsche übersetzt.  Sie trägt den Titel „Dat iärste Töttken“. Dieses Vötälsel „belegt“, dass das erste Töttchen von einem französischen Küchenmeister auf einer Treibjagd im Wolbecker Tiergarten schon im 17. Jahrhundert aus einem Kalbskopf gezaubert wurde und selbst dem obersten Jagdherrn, Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen, vorzüglich geschmeckt hat.

 

Im offiziellen Teil der Versammlung stellte der Vorsitzende zunächst die fristgerechte Einladung der Mitglieder zur Versammlung und die damit einhergehende  Beschlussfähigkeit fest.

Anschließend gedachte Alfons Gernholt  der verstorbenen Mitglieder der beiden vergangenen Jahre und hob danach den langjährigen Einsatz für den Heimatverein des im Mai 2020 verstorbenen Berni Roer hervor und der im Januar 2021 verstorbenen Gabi Mittrup, die ebenfalls über  Jahre im Vorstand tätig war.

Edith Schmidt gab im Anschluss an das Totengedenken den Jahresbericht 2019/21 ab, der von Josef Leifert mit zahlreichen Fotos veranschaulicht wurde und der verdeutlichte, dass der Heimatverein trotz der Pandemie in vielerlei Hinsicht äußerst aktiv gewesen ist.

 

Der Vorsitzende bedankte sich insbesondere bei Josef Leifert für seine umfangreiche Mitarbeit bei der Erstellung der sogenannten Schmeken-Chronik und der Bildkalender mit Wolbeck-Motiven in den vergangenen 9 Jahren.

Dem Kassenbericht von Andreas Schwegmann und dem Bericht der Kassenprüfer Jürgen Burkötter und Raymund Brox folgte auf deren Antrag die Entlastung des Vorstands.

Für die Leitung der Wahl des Vorsitzenden wählte die Versammlung Uli Böcker. Fast einstimmig – mit einer Stimme Enthaltung – wurde Bernhard Karrengarn erneut zum Vorsitzenden gewählt und nahm die Wahl an.

Danach bedankte er sich im Namen des Vorstands bei Marlies Gnegel  für ihre langjährige Mitarbeit im Vorstand und verabschiedete sie mit einem Blumenstrauß.

Unter seiner Leitung wurden anschließend folgende Mitglieder in den Vorstand gewählt:

  • als stellvertr. Vorsitzender Alfons Gernholt (Wiederwahl)
  • als Schriftführerin Edith Schmidt (Wiederwahl)
  • als Kassenwart Andreas Schwegmann (Wiederwahl)
  • als Beisitzer: Marlies Langkamp, Dieter  Beitelhoff, Josef Leifert, Egon Becklas (alle durch Wiederwahl), Franz Georg Bolwin, Michael Wortmann und Werner Reisener (als neue Mitglieder)

Bernhard Karrengarn bedankte sich bei allen Gewählten für ihre Bereitschaft zur Mitarbeit und wünschte dem Vorstand weiterhin eine gute Zusammenarbeit.

Zum Schluss forderte er die Mitglieder auf, den Vorstand in Arbeitsausschüssen zu unterstützen, wie sie laut Satzung (§9) vorgesehen seien.

Folgende Arbeitsausschüsse seien angedacht:

  • handwerkliche Tätigkeiten unterschiedlichster Art (Bänke, Bildstöcke, Kreuze …)
  • Förderung und Pflege des Münsterländer Platt
  • Geschichte Wolbecks in den Blickpunkt rücken (Führungen, Veröffentlichungen, Vorträge)

Interessierte Mitglieder sollten sich im Anschluss an die Versammlung bei ihm melden.

                                                 

 

 

„Wolbeck, vom Dorf zum Stadtteil“ – Film- und Bilderabend zur Geschichte Wolbecks

             

 

Mit nahezu 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmern war der Film- und Bilderabend des Heimatvereins Wolbeck am 19. November recht gut besucht. Die Corona-Lage hat sicherlich und verständlicherweise manche abgeschreckt.

Zu Beginn des Abends informierte Bernhard Karrengarn, anknüpfend an einen Filmausschnitt von Heinz Gallenkämper über den Befestigungsgürtel des alten Wigbolds, über die Entwicklung Wolbecks seit dem 12. Jahrhundert und konnte anhand von  Katasterauszügen und Ortsplänen,  alten Fotos und Luftbildern anschaulich darlegen, dass sich Wolbeck erst nach dem 2. Weltkrieg nennenswert entwickelt hat. Er erläuterte  dabei die Stadt- bzw. Wigbold-Rechte des Ortes,  veranschaulichte die Lage der Burgmannshöfe zu Zeiten der Fürstbischöfe und konnte sehr deutlich demonstrieren, wie Wolbeck über Jahrhunderte im Süden und Westen mit einem Wall – von zwei Gräften begleitet –  umgeben war und im Norden und Osten durch den Angellauf eine natürliche Grenze erfuhr und  dass Bautätigkeiten außerhalb dieser Grenzen kaum stattfanden. Eindrücklich konnte er mit einem Luftbild aus jüngster Zeit die ungeheure bauliche Entwicklung des Stadtteils nach dem zweiten Weltkrieg verdeutlichen.

Im zweiten Teil des Abends stand der neuste Film von Heinz Gallenkämper im Mittelpunkt. Er hat ihm den Titel gegeben „Wolbeck, vom Dorf zum Stadtteil – Soll man weinen oder lachen?“ In ihm werden sehr abwechslungsreiche und  lebendige Szenen aus der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts in lockerer Weise aneinandergefügt, die ein buntes Treiben auf den Festen und Veranstaltungen der Wolbecker Bevölkerung wiedergeben. Viele der Anwesenden erkannten Verwandte, Freunde oder Bekannte, die heute leider nicht mehr leben. Die Frage im Titel des Films „Soll man weinen  oder lachen?“ konnte nicht mehr erörtert werden, aber die Verkehrssituation mit überfüllten Straßen im Wigbold und die  fehlende wirtschaftliche Entwicklung im Ortskern, wie der Film sie darstellte, wären dabei sicherlich zur Sprache gekommen.

Es war schade, dass Heinz Gallenkämper an diesem Abend nicht anwesend sein konnte. Er hätte mit dem Beifall der Anwesenden viel Lob für seine Arbeit persönlich erfahren können.

 

               

Wolbecker Nachbarn kennen lernen – zu Besuch in Freckenhorst

Weil das regnerische Wetter am 28. August die vom Heimatverein Wolbeck geplante Radtour nicht zuließ, machten sich die 22 Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit dem Auto auf den Weg nach Freckenhorst. In der Landvolkshochschule trafen sie sich zunächst zum gemeinsamen Kaffeetrinken. Bernhard Karrengarn, der Vorsitzende des Heimatvereins Wolbeck,   begrüßte sie hier und den ortskundigen Reisebegleiter Heinz-Willi Kehren, der lange Jahre Mitarbeiter der LVHS war und sich in der Geschichte des Ortes und der berühmten Stiftskirche gut auskennt.

Er führte die Gruppe  von der LVHS in die Ortsmitte von Freckenhorst,  am historischen Kesselhaus einer großen Weberei  vorbei und durch die Poggenstiege bis zur  über 1000 Jahre alten romanischen Stiftskirche,

             

hinter der er auf den geheimen Treppenzugang der Äbtissinnen zur Kirche hinwies. Schon 856 gründeten Edelherr Everhard und seine Gemahlin Geva dort ein Kloster, das später in ein freiweltliches Damentift umgewandelt wurde. Die Gründung des Klosters wird zurückgeführt auf eine Lichterscheinung eines Schweinehirten namens Frickyo, von dem der Ortsname  „Freckenhorst“ abgeleitet sein soll. Am Marktplatz steht diese Hirtenfigur mit Schweinen, und dort  erzählte  Heinz-Willi Kehren die Legende von der Klostergründung.

                

Die dem Hl. Bonifatius geweihte Basilika – im Volksmund  auch „Westfälischer Bauerndom“ genannt –  mit ihren fünf Türmen und dem imposanten Westwerk beeindruckte die Besucher sehr. Die bronzene Nordpforte in die Kirche ist von dem Künstler Heinrich Gerhard Bücker – auch bekannt durch die „Bücker-Bibel“ – gestaltet worden wie auch die eindrucksvollen schlichten Fenster an der Krypta. Der besonders wertvolle Reliquienschrein der Hl. Thiatildis, der ersten Äbtissin des Klosters, und das kostbare steinerne Taufbecken aus dem frühen 12. Jahrhundert sind weitere große  Schätze dieser Kirche.